HonestlyConcerned.info3d ago
🇮🇱 Israel hat gewählt. Jetzt müssen alle Parteien zeigen, ob sie das Interesse des Landes über ihre gegenseitigen Blockaden stellen können!
Nach dem bisherigen Auszählungsstand hat Netanjahus bestehende Koalition keine Mehrheit mehr. Der Likud bleibt jedoch stärkste Partei, und auch sein Lager liegt vor dem zionistischen Oppositionsblock. Für eine eigene Mehrheit reicht es keinem der beiden Lager. Das endgültige Ergebnis bleibt abzuwarten…
Ben-Dror Yemini fordert deshalb in seinem aktuellen Kommentar, Wahlversprechen gegen eine Zusammenarbeit mit den arabischen Parteien aufzugeben, um Netanjahu abzulösen. Seine früheren Appelle für eine große Koalition mit dem Likud verwirft er ausdrücklich. Wir halten eine breite Regierung der nationalen Einheit hingegen weiterhin für den besseren Weg!
Nach Jahren des Krieges und der inneren Spaltung braucht Israel eine handlungsfähige Regierung mit einer belastbaren Mehrheit. Die Ablösung eines Ministerpräsidenten allein ist noch kein Regierungsprogramm. Ebenso wenig kann Netanjahu aus dem Ergebnis einen Auftrag zur unveränderten Fortsetzung seiner bisherigen Koalition ableiten…
Eine große Koalition wird auch von anderen politischen Kommentatoren als mögliche Lösung diskutiert. Nach einem Bericht von Israel Hayom, den die Times of Israel aufgreift, soll sich auch Präsident Trump für eine Einheitsregierung von Netanjahu und Eisenkot einsetzen. Dabei soll es bereits konkrete Überlegungen zu einer Rotation und Signale Netanjahus geben, auf seine bisherigen rechtsextremen Partner zu verzichten. Auch über erste Zusagen gegenüber der amerikanischen Regierung wird berichtet. Das sind bislang unbestätigte Angaben, keine feststehenden Vereinbarungen! Ein US-Regierungsvertreter bezeichnet Meldungen über eine bereits festgelegte amerikanische Wunschkoalition inzwischen als falsch und verfrüht. Die Berichte gehören dennoch zur politischen Debatte dazu. Eine breite Regierung der nationalen Einheit verdient aus unserer Sicht unabhängig davon eine ernsthafte Chance…
Wir erinnern in diesem Zusammenhang an Bennetts Auftritt vor einigen Monaten in Frankfurt. Dort äußerte er auf der Bühne seine prinzipielle Bereitschaft zu einer Koalition mit Netanjahu. Seine späteren öffentlichen Abgrenzungen sind bekannt. Trotzdem sollten wir uns daran erinnern, dass eine solche Zusammenarbeit grundsätzlich denkbar war!
Selbst wenn Eisenkot an seinem Wahlversprechen festhält, keiner Regierung unter Netanjahu beizutreten, bleibt offen, ob alle Parteien und Abgeordneten seines Lagers denselben Weg gehen. Das ist eine mögliche Entwicklung, keine bereits feststehende Entscheidung…
Auch der deutliche Zugewinn der arabischen Parteien muss differenziert betrachtet werden. Selbstverständlich gehören arabische Bürger und ihre gewählten Vertreter zum demokratischen Israel. Ihre Anliegen müssen ernst genommen, Zusammenarbeit gesucht und Möglichkeiten der Einbindung genutzt werden!
Aber Yeminis Vergleich mit arabischen Ärzten, denen wir selbstverständlich unser Leben anvertrauen, geht an der politischen Frage vorbei. Die Eignung einer konkreten Partei als Koalitionspartner bemisst sich an ihren Positionen und ihrer Verlässlichkeit. Die Herkunft ihrer Abgeordneten ist dafür kein Maßstab…
Zu den unverzichtbaren gemeinsamen Grundlagen gehört für uns, die Hamas unmissverständlich als Terrororganisation zu benennen. Mansour Abbas hat das Massaker vom 7. Oktober verurteilt. Dass er dennoch in einem berichteten Radiointerview einer klaren Antwort auf die Frage nach dem terroristischen Charakter der Hamas auswich, bleibt ein ernstes Problem. Wer Regierungsverantwortung übernehmen will, muss hier Klarheit schaffen!
Um es ausdrücklich zu sagen: Wir sind dafür, arabische Parteien einzubinden. Aber eine offene Koalition mit einer Partei, die diese grundlegende Klarheit verweigert, ist für uns nicht vertretbar! Wer eine solche Zusammenarbeit vor der Wahl ausgeschlossen hat und sie anschließend dennoch eingeht, muss sich am Bruch dieses Versprechens messen lassen. Der Wunsch, Netanjahu abzulösen, beantwortet diese inhaltliche Frage nicht…
Kompromissbereitschaft ist jetzt von allen Seiten gefragt – ausdrücklich auch von Netanjahu und seinen bisherigen Partnern! Eine Regierung der nationalen Einheit darf keine bloße Erweiterung der bisherigen Koalition sein. Sie braucht ein gemeinsam ausgehandeltes Programm, verbindliche Vereinbarungen und echte Zugeständnisse aller Beteiligten…
Es bleibt abzuwarten, welche Regierung am Ende möglich wird. Aber Sicherheit, gesellschaftlicher Zusammenhalt und die Zukunft Israels müssen für alle Beteiligten schwerer wiegen als persönliche Machtansprüche. Das Land braucht verantwortliche Kompromisse. Einen weiteren lähmenden Wahlkampf braucht es ganz sicher nicht!!!
🔹 Ynet – Ben-Dror Yemini: „The bloc that serves won. Now it’s time to break promises“
https://www.ynetnews.com/opinions-analysis/article/hykkqpc2mx
🔹 Times of Israel – Vorläufiger Auszählungsstand: Keines der beiden Lager erreicht eine Mehrheit
https://www.timesofisrael.com/liveblog_entry/with-over-85-of-votes-counted-pro-netanyahu-bloc-gets-53-seats-eisenkot-led-bloc-at-48-and-arab-parties-have-19/
🔹 Times of Israel – Mögliche Wege zur Regierungsbildung
https://www.timesofisrael.com/change-bloc-alliance-with-arabs-unity-government-or-new-election-3-scenarios-for-what-comes-next/
🔹 Times of Israel – Bericht über einen von Trump unterstützten Plan für eine Einheitsregierung
https://www.timesofisrael.com/liveblog_entry/ben-gvir-lashes-out-over-reported-us-backed-plan-to-form-unity-government-without-him/
🔹 Times of Israel – US-Regierungsvertreter widerspricht Berichten über eine bereits festgelegte amerikanische Wunschkoalition
https://www.timesofisrael.com/liveblog-october-28-2026/
🔹 Times of Israel – Bennetts spätere öffentliche Aussagen zur Zusammenarbeit mit Netanjahu
https://www.timesofisrael.com/bennett-suggests-netanyahu-could-be-part-of-future-government-quickly-backtracks/
🔹 Israel National News – Bericht über Mansour Abbas’ Radiointerview zur Hamas
https://www.israelnationalnews.com/news/430885
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